Sa

05

Dez

2015

"Wege zum Glück", die erste deutschsprachige App zur Positiven Psychologie

Zusammen mit dem Softwareingenieur Andreas Seebeck haben wir unsere erste App für Android entwickelt. Dieses 7 Tage-Coachingprogramm basiert auf Erkenntnissen aus der Positiven Psychologie. Dieser neue Zweig innerhalb der Psychologie hat sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, was uns davor schützt, psychisch belastet, gestresst oder sogar krank zu werden. Besonders an der Positiven Psychologie ist, dass im Unterschied zur gängigen Selbsthilfeliteratur Methoden und Ideen Anwendung finden, die wissenschaftlich erprobt sind. Hierbei kommt dem von Martin Seligman entwickelten PERMA-Modell eine besondere Bedeutung zu, da es darauf abzielt, bewusst zu machen, was uns psychisch aufblühen (Flourishing) und ein ausbalanciertes Leben führen lässt.

 

Den fünf Buchstaben, des Wortes PERMA kommen dabei folgende Bedeutungen zu:

Positive feelings (Positive Gefühle),

Engagement ("Flow"),

Relations (Aufbau und Pflege von zwischenmenschlichen Beziehungen),

Meaning (sinnhaftes, nachhaltiges Tun)

Achievement (Ehrgeiz, Ziele zu erreichen)

 

Die von uns auf der Basis des PERMA-Systems entwickelte App, „Wege zum Glück“ besitzt drei Funktionen: 1. sie gibt eine Einführung in die fünf Komponenten des PERMA-Systems, 2. der Benutzer hat die Möglichkeit, über sieben Tage hinweg, zu „messen“, wie ausgeprägt jede der fünf uns gesunderhaltenden Verhaltensweisen aktuell in unserem Leben vorkommen. Hierzu bietet die App die Möglichkeit, die subjektiv empfundene Ausprägung der fünf PERMA-Komponenten Tag für Tag festzuhalten. Diese Messwerte werden grafisch dargestellt. Hierdurch kann man verfolgen, wie durch die Anwendung der App, die für ein gesundes psychisches "Immunsystem" förderlichen Verhaltensweisen vermehrt auftreten.

 

3. Als ein weiteres Feature schlägt die App täglich ein neues persönliches Experiment vor, das dazu beiträgt, neue Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen oder in der Wahrnehmung der Tagesereignisse zu machen. Hierbei gibt es u.a. eine Anleitung, zum persönlichen „Glücks- oder Talentsucher“ zu werden oder z.B. auszuprobieren, bewusst mit  Humor durch den Tag zu gehen.

Auch bei diesen kleinen Experimenten handelt es sich um empirisch erprobte, aus der Positiven Psychologie stammende Empfehlungen, die in jedem Alltag Raum finden.

 

Die App kann im Android „Play Store“ unter dem Namen "Wege zum Glück" für 0,99 € heruntergeladen werden. Sie kann immer wieder für jeweils sieben Tage neu initialisiert werden. Zuvor sollte man sich jedoch die Ergebnisse der zurückliegenden Woche per E-Mail selbst zuschicken. Mithilfe eines von www.lotuspress.de kostenlos herunterladbaren  Excel-Moduls, können die gesammelten Messwerte interessanten Analysen unterzogen werden, die deutlich machen, inwieweit man sich bereits auf dem richtigen Weg zu mehr psychischem Wohlbefinden und Lebensglück befindet.

 

Probieren Sie es doch einfach mal aus.

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Di

09

Sep

2014

The Personality Coach

A warm welcome to the readers of the English version of our website right in time for the EABCT-Conference 2014 in Den Haag (Netherlands). We are glad that on this international conference our contribution is accepted as a presentation on the E--Market. This way, we hope to get in contact with colleagues that have the same vision as we have and are convinced that using speech interactive PC-or app based tools will be a remarkable progress for psychotherapy.

This blog is not meant to be a one-way street, comments as well as positive and negative feedback are very welcome.
At the moment we concentrate on developing an all-purpose tool package which can be used in face to face psychotherapy. The „Personality-Coach“comprises of eight self developed programs.  It is possible to use it with a Windows touchscreen notebook or tablet which is very comfortable in psychotherapeutic settings. A clamping system for your tablet is available in music instrument shops, so that you don’t have to hold on to your tablet during your session. Using the "Personality-coach" the therapist takes the instructing and supporting role for the client explaining the idea and the functions of the programs, so that in the end the client is able to use them. That way you support the originally intended setting of psychotherapy where your client is doing most of the work himself.

It is definitely not our intention to replace the therapist by our psychotherapy- tools, but to add a component that makes therapy for the patient more efficient and for the therapist more convenient.
At the moment the following programs are integrated in the „Personality-Coach“: „My goals“, „3 x luck“, „My daily soap“, „Mindwasher“, „My new style“, „A glance on me“, "The inner team", and the "Emotion trainer"
In the next blog we will explain the ideas behind these tools.

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So

09

Mär

2014

Leserbrief in Psychologie Heute (4.2014)

Ein herzliches Willkommen, ganz besonders für die neuen Besucher dieser Internetseite, die möglicherweise über den Leserbrief in der Aprilausgabe von Psychologie heute (4.2014) auf uns aufmerksam geworden sind. Wie bereits in dem Leserbrief ausgeführt, ist es sehr erfreulich, dass eine renommierte Zeitschrift, alle an dem Thema Psychotherapie Interessierte, ob Behandler, Behandlungssuchende oder wissenschaftlich Tätige,  über Neuentwicklungen in der Psychotherapie informiert. Bevor wir über den neuesten Stand unserer Aktivitäten bezüglich "Psychotherapie 2.0" berichten, noch ein kurzer Hinweis zu diesem Blog. Er ist nicht als kommunikative Einbahnstraße gedacht, d. h. Kommentare oder anregende Gedanken sind uns sehr willkommen. Klicken Sie einfach auf das entsprechende Link am Ende der Beiträge… Natürlich können Sie uns auch eine E-Mail schicken entweder über die unter Kontakte genannte Adresse oder aber auch über die Internetadresse cwoelk@uos.de.

 

Zur Zeit konzentrieren sich unsere Entwicklungsaktivitäten vor allem in Richtung eines sehr leistungsfähigen, universal in der Psychotherapie einsetzbaren Programm-Paketes.  Dieser "Psychotherapie-Helfer"  vereinigt eine ganze Reihe von in den vergangenen Jahren von uns entwickelten psychotherapeutischen Tools unter einer  benutzerfreundlichen  Oberfläche. Das Programm gewinnt nochmal an Komfort, wenn mit ihm über einen Touchscreen interagiert wird. Inzwischen gibt es einige gut geeignete Windows 8. X Tablets oder Notebooks auf dem Markt, die endlich die gewünschte Benutzerfreundlichkeit liefern, wie sie für "Werkzeuge", die im Rahmen der therapeutischen Sitzung eingesetzt werden, die Voraussetzung darstellen. So ist zum Beispiel das Microsoft Surface pro bzw. pro 2 in dieser Hinsicht eine sehr handliche Hardware-Plattform für unser Programm. Im Musikhandel gibt es Haltevorrichtungen, so dass es während der Bedienung durch den Patienten von diesem nicht gehalten werden muss. Das Einsatz-Szenario kann dann idealerweise so aussehen, dass Patient und Therapeut gemeinsam vor dem Tablet sitzen und der Therapeut über die Benutzeroberfläche des "Psychotherapie-Helfers" eins der insgesamt sieben therapeutischen Tools startet. Nachdem er dem Patienten die Bedienung und Sprachfunktionalität des Programms demonstriert hat, übernimmt der Patient die weitere Interaktion mit dem Programm durch Tippen auf den Bildschirm. Diese Form der Bedienung ohne Tastatur und Maus macht es auch PC-Ungeübten möglich, sich schnell mit der Bedienung des Programms anzufreunden. Dies gibt dem Therapeuten etwas Freiraum, um z.B. weitere therapeutische Interventionen zu planen.

 

Das beschriebene therapeutische Szenario macht deutlich, dass es bei den von uns entwickelten psychotherapeutischen Tools nicht darum geht, den Therapeuten durch den PC zu ersetzen, sondern das therapeutische Geschehen für den Patienten effektvoll zu ergänzen und für den Therapeuten effizienter werden zu lassen. Bei den psychotherapeutischen Tools, die der "Psychotherapie-Helfer" zur Verfügung stellt, handelt es sich um: "Meine Ziele", "3x Glück", "Mein Leben und ich", Mindwasher", "My new Style" und "Blick auf mich selbst". Was es mit diesen Tools im Einzelnen auf sich hat, werden wir demnächst ausführlich darstellen.

 

 

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So

29

Dez

2013

Ein Neubeginn... (von Christoph Wölk)

Nach langer Pause endlich ein neuer Beitrag in diesem Blog. Die mit Abstand bedeutendste Veränderung, die in der Zwischenzeit eingetreten ist, ist mein Weggang von der Universität Osnabrück. Zeiten ändern sich, das gilt inzwischen leider auch für eine derart traditionelle Institution, wie die Universität sie darstellt, oder treffender gesagt, bis vor kurzem dargestellt hat. Die Einführung der Bachelor/Master-Studiengänge haben aus meiner Sicht lediglich eine deutliche Verschulung des universitären Geschehens zur Folge gehabt. Dies hat im „Positiven“ eine Verbilligung des Angebotes bewirkt (sicherlich ein Wunsch der Politik). Im Negativen ist jedoch durch diese Umgestaltung der Universität von innen heraus leider viel von ihrem ursprünglichen akademischen Grundverständnis geopfert worden. Statt geistiger Freiheit zählt jetzt vor allem die scheinbare Effizienz …
Genug von diesem wenig erfreulichen Thema. Die positive Seite meiner persönlichen Veränderung ist, dass u.a. ab jetzt dieser Blog öfters Neues zu berichten haben wird. Geplant ist, die aufgrund meiner beruflichen Veränderung freigewordene Zeit, nur zum Teil in die Tätigkeit meiner psychotherapeutischen Praxis einfließen zu lassen. Ein erfreulich großer Teil wird von mir in die Entwicklung von PC-Programmen und Apps zum Einsatz als therapeutische Tools investiert werden. Seitdem meine Frau und ich uns in die Idee und Methoden der positiven Psychologie eingelesen haben, sind uns viele neue Ideen für derartige „kleine Helfer“ in der Psychotherapie gekommen. Hiervon demnächst mehr.

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So

28

Okt

2012

Effektivität von Psychotherapie

Während eines Vortrags im Rahmen des 7. Nordwestdeutschen Psychiatrie-Tages in Dinklage (Oldb.), veranstaltet von der Psychiatrischen Abteilung des Christlichen Krankenhauses Quakenbrück (Dr. Dr. Boerner) wurde von einem der Referenten sinngemäß folgendes ausgeführt: "Wir haben mit ca. 20.000 Psychotherapeuten in Deutschland weltweit die höchste Versorgungsdichte bezüglich Psychotherapie. Trotz dem sind wir im Vergleich zu anderen Ländern jedoch in psychischer Hinsicht nicht wirklich "gesünder"…". Diese Aussage wirft unserer Meinung nach ein bedenkliches Bild auf die aktuelle Form von psychotherapeutischer Versorgung in unserem Land. Machen wir Psychotherapeuten bei unserer täglichen Arbeit etwas entscheidendes systematisch falsch? Bedeutet dies, dass wir die ständig zunehmende Nachfrage nach Psychotherapie fehlattribuieren, wenn wir sie als Hinweis darauf interpretieren, dass wir einen "guten Job" machen und wir meinen, dass unsere Arbeit „Früchte trägt“. Grund genug den aktuellen Status quo, so wie er typischerweise in den psychotherapeutischen Praxen gelebt wird, kritisch zu hinterfragen. Können, bzw. sollten wir etwas anders machen als bisher? Zahlt sich der Luxus einer unter Umständen über 60 Sitzungen und mehr stattfindenden einzeltherapeutischen Betreuung eines Patienten/Klienten überhaupt aus oder ist das besonders im anglo-amerikanischen übliche Gruppensetting genauso effektiv aber gleichzeitig deutlich effizienter? Ist der in den psychosomatischen Kliniken durchgängig praktizierte Weg primär auf gruppentherapeutische Angebote zu setzen der zeitgemäß richtige? Fragen, die es wert sind, dass wir Behandler sie uns stellen, bevor es jemand anders tut, nämlich die, die die Weichen für die weitere Zukunft der Psychotherapie in unserem Lande stellen. Wir sehen das Resümee aus diesen Überlegungen, dass es möglicherweise 5 vor 12 Uhr ist, was die Notwendigkeit betrifft über Effizienz von Psychotherapie nachzudenken und den Mut zu haben, psychotherapeutisch neue Wege zu gehen. Ein Ziel, dass wir uns mit Psychotherapie-2-0.de zum Programm gemacht haben.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal.

C&C. Wölk

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So

28

Okt

2012

Einsatz computergestützter Therapiehilfen entwickelt sich...

Seit der letzten Eintragung in diesem Blog ist zugegebenerweise eine lange Zeit vergangen, was jedoch nicht bedeutet, dass wir das Thema: „Entwicklung von kleinen (technischen) Helfern für den Einsatz in der Psychotherapie“ aus den Augen verloren haben. Ganz im Gegenteil, es hat sich auf dem Gebiet sogar eine ganze Menge getan, sowohl bei uns als auch andernorts. So haben wir aufgrund eines entsprechenden Hinweises durch unseren Hausarzt Kontakt mit der Firma Novego und ihrem Internet gestützten" Depressionshelfer" bekommen. Wir finden es erfreulich, dass derartige, auf technischen Medien basierende Therapieangebote nun auch im deutschsprachigen Raum im Entstehen sind. Es handelt sich beim „Depressionshelfer“ um ein sowohl psychoedukativ als auch zu konkreten Verhaltensübungen anregendes Programm, das den Patient über einen Zeitraum von 8 Wochen begleitet und motiviert, konsequent an der Überwindung seiner Depression zu arbeiten. Die dabei eingesetzten Interventionen stammen aus dem Repertoire der Kognitiven Verhaltenstherapie und haben ihren prinzipiellen therapeutischen Nutzen bereits unzählige Male unter Beweis gestellt. Daher besteht zurzeit eigentlich nur noch die Notwendigkeit, empirisch zu überprüfen, ob die therapeutische Wirkung auch in der gewählten Darbietungsweise, d.h. in Form des "Selbststudiums" via Internet genauso besteht, wie wenn es durch einen Psychotherapeuten in einer Therapiesitzung persönlich vermittelt wird. Genau eine solche empirische Evaluation wird zur Zeit von neutraler wissenschaftlicher Seite aus durchgeführt. Das Ergebnis dieser Studie erwarten wir mit großer Spannung, nicht zuletzt deshalb, weil im Ärzteblatt für psychologische Psychotherapeuten 3/12 ein Artikel veröffentlicht wurde, in dem die im akademischen Umfeld der Psychotherapie empirisch arbeitende Kollegin Ergebnisse einer bundesweit angelegten Studie bereits vorab zur Veröffentlichung der Studie berichtet. In dem Artikel berichtet Sie neben vielen guten und wichtigen Überlegungen zu dem Thema "Neue Formen der Psychotherapie", dass eine repräsentative Umfrage ergeben hätte, dass das Gros der Befragten eine konventionelle Therapie einer auf technischen Medien basierenden vorziehen würde. Die Qualität der Studie lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, da sie noch nicht veröffentlicht ist, ein Vorgehen, das ich aus wissenschaftlicher Sicht recht unglücklich finde, da der Leser dieses Ergebnisses, nicht die Möglichkeit hat, die ihm gegebenen Informationen im Hinblick auf ihre Verlässlichkeit zu beurteilen. Ganz davon abgesehen, dass bei der aktuellen Versorgungssituation in Sachen Psychotherapie dem Therapiesuchenden genau genommen inzwischen nur die Möglichkeit bleibt, typischerweise viele Monate auf einen Therapieplatz zu warten. Eine in moralisch- ethischer Hinsicht äußerst zweifelhafte Situation, besonders was die Versorgung einer akuten depressiven Krise bei einem davon Betroffenen betrifft.
In diesem Zusammenhang scheint es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass die Anbieter des „Depressionshelfer“, diesen vor Allem als ein psychoedukatives, handlungsorientiertes Behandlungssystem verstehen, das als Ergänzung zu einer laufenden Therapie oder als Überbrückung, bis ein Therapie-Platz verfügbar ist, eingesetzt werden sollte.

Leser die diesen Blog aufmerksam verfolgen, wissen, dass dies genau der Ansatz ist, den wir auch mit unseren Angeboten an „Kleinen Helfern“ für die Psychotherapie verfolgen: therapieunterstützende, auf technischen Medien basierende Interventionen, die im Rahmen einer konventionellen Therapie Einsatz finden, mit dem Ziel, Effektivität und Effizienz der gemeinsamen psychotherapeutischen Arbeit zu fördern. Hierbei handelt es sich um eine Überlegung, wie sie auch einer der Väter der kognitiven Verhaltenstherapie, Albert Ellis, im Sinn hatte, als er zu dem Schluss kam, dass ihm die Zahl von Patienten, denen er mithilfe der zu der damaligen Zeit dominierenden psychoanalytischen Therapie helfen konnte, viel zu klein und daher professionell unbefriedigend erschien. Ein Gefühl, dass wir aufgrund der eklatanten scherenartigen Entwicklung, die Angebot und Nachfrage nach Psychotherapie seit Jahren entwickelt haben, nur teilen können.

Bis zum nächsten Mal.

C. & C. Wölk

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So

17

Okt

2010

Wo die Zukunft der Psychotherapie hinführt

Die Zukunft der Psychotherapie hat begonnen, wenn auch (noch) nicht bei uns. Auf dem „E-Mental Health Summit 2009“, dem 1.Kongress der International Society for Research on Internet Interventions (ISRII) in Amsterdam wurde deutlich, dass der technische Fortschritt in Form von PC, Internet und Handy inzwischen auch die "Seelenheilkunde" erreicht hat. In Großbritannien, den Niederlanden und Schweden können Patienten, die unter Angst- oder Zwangsstörungen, Depressionen oder einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden jetzt ein Behandlungsangebot wählen, bei dem sie am PC via Internet eine Kombination aus Psychoedukation und Verhaltens-Coaching durchlaufen. um so einen Weg heraus aus ihren psychischen Problemen zu finden. Zuhause, ganz für sich, ohne sich mit seinen Problemen "outen" zu müssen, eine Anonymität, die für Viele sicherlich (immer noch) höchst wünschenswert ist. Auch den Krankenkassen kommt in der jetzigen Zeit ein solches „preiswertes“ Psychotherapieangebot sicherlich sehr entgegen. „E-Mental Health“ liegt somit voll im Trend.

 

Warum gibt es dieses Angebot nicht auch bei uns? Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage darf in Deutschland heilende Tätigkeit nur im persönlichen Kontakt ausgeführt werden. Ein Anachronismus, ein Hemmschuh für den Fortschritt in der Psychotherapie aus vergangenen Zeiten? Eher nicht, denn der Zwang zum persönlichen Kontakt zwischen Arzt/Therapeuten und Erkrankten gewährleistet die Qualität von Diagnose und therapeutischer Intervention. Ähnlich wie es mit elektronischen Mitteln immer noch nicht möglich ist, das virtuose Spiel auf einer Stradivari zu imitieren, ist auch Psychotherapie ohne den „human factor“ nicht denkbar.

Wieder so ein technikfeindlicher Psychologe werden Viele jetzt vielleicht denken. Aber dieser Vorwurf trifft auf mich und meine therapeutische Arbeit nun gar nicht zu. Ich selbst habe in den zurückliegenden Jahren eine ganze Reihe von, auf technischen Hilfsmitteln basierende, therapeutische Interventionen entwickelt und bezüglich ihrer Wirksamkeit empirisch evaluiert. Die Palette reicht dabei von „Brainy“, dem PC-gestützten Antizwangstraining bis hin zu dem auf sprachlichen Dialogen basierenden, PC-Programm „Talk to him“, bei dem der Patient sich in Dialogform mit seinem Zwang auseinandersetzt. Die vergleichsweise große Verbreitung dieser beiden PC-Programme ist ein Hinweis darauf, dass Patienten inzwischen zunehmend mehr dazu bereit sind, selbst Verantwortung für die Überwindung ihrer psychischen Probleme zu übernehmen. Wichtig dürfte dabei jedoch sein, dass derartige, technikgestützte Interventionen nur einen Teil eines umfassenden therapeutischen Geschehens darstellen. Das, was innerhalb eines therapeutischen Prozesses abläuft, ist viel zu komplex, als dass es sich vorprogrammieren ließe. Und genau hierin liegt die Schwäche der auf dem Internet basierenden, mit allen technischen Raffinessen realisierten Therapieangebote „von der Stange“. „Beating the Blues“, „Fear Fighter“ und „Cope“ stellen zwar technisch gut gemachte, vor allem auf das therapeutische Mittel der Psychoedukation setzende Interventionen dar, jedoch fehlt ihnen der „human factor“ in Form eines menschlichen Gegenübers. Lediglich ein kleiner Teil der Benutzer wird von diesen „kopflastigen“ Therapieangeboten profitieren, denn die meisten Patienten brauchen mehr als nur eine Korrektur ihres „falschen“ Denkens und Verhaltens. Die für einen wirklich tief greifenden und dauerhaften Veränderungsprozess nötige intensive emotionale Beteiligung lässt sich nur über besondere therapeutische „Kunstgriffe“ erreichen. Genau deshalb lasse ich in den von mir entwickelten PC-gestützten Therapieprogrammen nach Möglichkeit die Interaktion mit Hilfe von Sprache stattfinden. Hierdurch wird bei den Benutzern eine starke emotionale Beteiligung induziert, die für das Stattfinden eines dauerhaften psychischen Veränderungsprozesses entscheidend ist.

 

Die Zukunft einer Psychotherapie 2.0 dürfte in der Weiterentwicklung von (verhaltens)therapeutischen Interventionen liegen, wobei Schritt für Schritt die, sich durch den technischen Fortschritt anbietenden, Möglichkeiten für eine Intensivierung des therapeutischen Geschehens genutzt werden.

Auch die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen der immer größer werdenden Nachfrage nach Psychotherapie und dem in seinen Umfang „eingefrorenen“ Angebot an Psychotherapie macht es unumgänglich in Zukunft neue Wege zu gehen. Jedoch sollten Patienten wie auch Therapeuten „E-Mental Health“ mit genügend kritischem Sachverstand begegnen, damit aus einer großen Chance kein „low budget“ Angebot als „Lückenbüßer“ für fehlende Angebote im Sektor von der Krankenkasse finanzierte Therapie wird. Darüber hinaus ist vor Beginn einer Psychotherapie, in welcher Form auch immer sie dann stattfinden soll, auf jeden Fall eine professionelle Psychodiagnostik unerlässlich, die nur durch ein psychotherpeutisch geschultes Gegenüber vorgenommen werden kann, auf der Grundlage einer tragfähigen therapeutischen Beziehung. Hierzu wird „Kollege Computer“ auch in ferner Zukunft vollkommen ungeeignet bleiben. 

 

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Mi

03

Jun

2009

Von "Wirkfaktoren in der Psychotherapie"

 

Bereits im vorherigen Block habe ich mich auf das Anfang dieses Jahres erschienene Psychologie Heute compakt Heft 21 mit dem Titel: "Hilfe für die Seele -Was Psychotherapie leisten kann" bezogen. In diesem Heft befinden sich jedoch noch eine ganze Reihe weiterer äußerst lesenswerter Beiträge. Daher werde ich auch heute einen weiteren Artikel aus diesem Heft zum Thema nehmen. Hierbei handelt es sich um den Beitrag von Jochen Paulus mit dem Titel: "Welche Therapie ist gut für mich."

 

Beim Lesen des Beitrags von Jochen Paulus ist mir besonders seine sehr prägnante Darstellung von vier Wirkfaktoren von Psychotherapie in Erinnerung geblieben, die der unlängst verstorbene Psychotherapieforscher Klaus Grawe in seinem Konzept einer integrativen Psychotherapie spezifiziert hat. Der Einfachheit halber übernehme ich im Folgenden die Darstellung dieser vier nach Grawe für eine erfolgreiche Therapie entscheidenden Wirkfaktoren als Zitat aus dem Artikel von Paulus:

"… Grawe wollte wissen, warum viele verschiedene Psychotherapieformen wirken, obwohl sie auf den ersten Blick ganz unterschiedlich aussehen. Er wertete Tausende von Therapiestudien aus, in denen es um die Frage ging, was eine Therapie wirksam macht. Er kam zum Schluss, dass vier verschiedene Wirkfaktoren entscheidend sind.“

 

Den ersten Wirkfaktor nennt Grawe Ressourcenaktivierung. Dabei geht es darum, die Möglichkeiten und Stärken zu nutzen, die der Patient mitbringt. Ressourcenaktivierung ist ein therapeutisches Vorgehen, das etwa in der systemischen Therapie betont wird. Ressourcen können vieles sein, zum Beispiel Fähigkeiten des Patienten. Wenn ein Patient seinen Verstand gut einsetzen kann, sollte der Therapeut dies nutzen. Nach Grawe wäre es eine Verschwendung dieser Ressource, wenn der Therapeut entscheiden würde: „Das ist ein zu rationaler Mensch, den muss ich seinen Gefühlen näherbringen, der muss eine Therapie aus dem Bauch heraus haben." Ressourcen können aber auch hilfsbereite Verwandte und Freunde sein.

 

Grawes zweiter wichtiger Wirkfaktor ist die Problem­aktualisierung. Ein Patient muss seine Probleme in der The­rapie erleben. Es reicht nicht, nur darüber zu reden. Da­rum führen Verhaltenstherapeuten Höhenphobiker auf Türme und setzen Flugängstliche in Jets. In der Therapie einer chronischen Schmerzsymptomatik helfen z.B. … Achtsamkeitsübungen, die Schmerzen differenzierter wahrzunehmen, um gezielt da­ran arbeiten zu können.

Zusammen mit den Entspannungstechniken realisieren Schmerzpatienten … auch den dritten von Grawes Wirkfaktoren - die aktive Hilfe zur Problembewältigung. Der Therapeut soll dem Patienten helfen, über ein Problem hinwegzukommen, verlangt Grawe. „Dass er also nicht hinter dem Problem irgendwelche ganz anderen, geheimen Bedeutungen sieht, sondern das Problem nimmt, wie es ist, als eine Schwierig­keit, als ein Nicht-anders-Können."

Auch dies ist traditionell eine Stärke der Verhaltensthe­rapie.

 

Grawes letzter Faktor wird dagegen eher in anderen Therapieschulen betont, etwa der Psychoanalyse. Grawe nennt ihn Klärung. Hier geht es um die Frage, woher die Probleme kommen. Vielen Patienten ist dies sehr wichtig.

Welche Wünsche oder Ängste stehen dahinter? „Durch diesen Klärungsprozess werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Patient in Zukunft sein Leben anders gestalten kann", lehrte Grawe.

Klaus Grawe trat dafür ein, die klassischen Therapieschulen aufzugeben und sich stattdessen an den Faktoren zu orientieren, die für die heilende Wirkung der unterschiedlichen Therapien verantwortlich sind. Aus welcher Therapieschule die Methoden stammen, mit denen diese Faktoren verwirklicht werden, soll dabei keine Rolle spielen. (Paulus, 2009, S9-10).

 

Nach dem zweiten Lesen des Artikels bin ich mir nicht mehr so sicher, was den beim ersten Lesen entstandenen Eindruck angeht, dass bei der Aufzählung der Wirkfaktoren auch die Abfolge ihres Einsatzes in der Psychotherapie impliziert ist. Aber ungeachtet dessen, ob Grawe tatsächlich in der Abfolge in die er die Wirkfaktoren aufzählt auch eine Reihenfolge ihres Einsatzes meint, finde ich es durchaus lohnenswert, diesen Gedanken erst einmal ernst zu nehmen und die Psychotherapie mit einem Patienten tatsächlich damit zu beginnen, dass man sich erst dessen Ressourcen widmet, sie im explorativen Gespräch mit ihm sammelt und würdigt und erst dann, ausgestattet mit diesen Werkzeugen und Schutzschildern, sich emotional möglichst intensiv in die psychische Aura des Problems zu begeben. Wenn auf diese Weise eine für die Modifikation von kortikalen Bahnen günstige neuronale Plastizität sichergestellt worden ist, besteht dann der dritte Schritt darin, gemeinsamen mit dem Patienten Lösungen für sein Problem zu entwickeln. Dies sollte am besten mit Hilfe der Methode des Sokratischen Dialogs nach Albert Ellis geschehen , um auf diese Weise beim Patienten neue Denk-und Verhaltensmuster zu etablieren, die er auch bereit ist,für sich anzunehmen. Erst wenn dieses Erkennen und Lösen der akuten Problematik in ausreichendem Maße geschehen ist, sollte man sich in der psychotherapeutischen Arbeit daran machen, ein Stück weit analytisch die Wurzeln der Probleme des Patienten zu explorieren, um bei ihm auf diese Weise, im Sinne einer Rückfallprophylaxe, eine erhöhte Achtsamkeit für psychologische Fallstricke zu schaffen, auf die er in Zukunft sein Augenmerk richten sollte, um nicht wieder in pathologische Denk- und Handlungsmuster zu verfallen.

 

Ich finde, dass die beschriebene Abfolge der vier Handlungsschritte/Wirkfaktoren in ihrer Logik bestechend ist und werde in Zukunft in meiner therapeutischen Arbeit bewusst diese Gliederung anwenden, um so zu erleben, ob die wissenschaftliche Herangehensweise an Psychotherapie in der Lage ist, die Praxis zu inspirieren und zu befruchten, was natürlich wünschenswert wäre.

 

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Do

21

Mai

2009

Von der Selbsterfahrung zur Gestaltung des Selbst

Die Tage ist mir ein Artikel von Eva Tenzer mit dem Titel: "Von der Couch zum Coach-Beratung für alle Lebenslagen" in die Hände gefallen. Er befindet sich in dem "Psychologie Heute compakt"-Heft Nummer 21, das Anfang dieses Jahres erschienen ist und den Titel trägt:"Hilfe für die Seele - Was Psychotherapie leisten kann". Zum einen habe ich beim Lesen des Artikels gelernt, dass mir in meinem Alter (54 Jahre) eine "late-life-crisis" droht. Irgendwie gut, endlich einen passenden Begriff dafür zu besitzen, was sich wie eine "Midlife crisis" anfühlt,aber bei meinem fortgeschrittenen Alter keine sein kann. Es sei denn, ich würde deutlich über 100 Jahre alt werden.

 

Das ist aber nicht der Grund, weshalb ich in dem dieswöchigen Blog auf diesen Artikel hinweisen möchte. Thema des Beitrags von Frau Tenzer ist meines Erachtens nach die Veränderung, die die Erwartung an psychotherapeutische Arbeit von den siebziger Jahren bis heute erfahren hat. Damals ging es darum, sich selbst zu finden. Wer sich auf diesen Weg zu begeben beabsichtigte, musste sich dazu zwischen unzähligen "Königswegen" entscheiden. Diese reichten von der Selbsthilfe, wie sie in Selbsterfahrungsgruppen praktiziert wurde bis hin zu von Experten vermittelten Techniken der Selbstversenkung, wie zum Beispiel die verschiedenen Formen der  Meditation. All diesen Wegen gemeinsam war die Idee, dass es in uns etwas gibt, das darauf wartet,mit entsprechenden Psychotechniken aus dem Dunkeln des Unbewussten in das Licht des Bewusstseins treten zu können.

 

Psychotherapie war in dieser Zeit in aller Munde, jedoch der Zugang im Vergleich zu heute noch recht umständlich und oftmals kostspielig. Es gab Selbsterfahrungs-Wochenenden und Marathon-Gruppen-Therapien, weit abgeschieden von der Welt auf einer einsamen Berghütte. Egal welchen Weg man damals einschlug, es ging, zumindest erklärtermaßen, immer darum, Zugang zu seinem inneren "Ich" zu finden. Ein Extrembeispiel ist die bekannte Encounter-Gruppe, wie sie von Carl Rogers, dem Begründer der Gesprächstherapien propagiert wurde. In derartigen Gruppen war er selbst zwar zugegen, hat sich aber so weit wie möglich mit den Prozess steuernden Interventionen zurückgehalten, aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch selber am besten weiß, was für ihn gut und richtig ist. Häufig ist ihm dies jedoch nicht bewusst, weshalb es erst eine geeignete Atmosphäre braucht, um die Weisheit unseres Inneren uns bewusst und damit im Alltag anwendbar werden zu lassen. Die moderne medizinische Hypnose, wie sie von Milton Erickson entwickelt worden ist, hat diesen Gedanken konsequent weiterentwickelt und stellt eine Reihe von Techniken zur Verfügung, möglichst effektiv an die Arbeit zu gehen, um den "Inneren Heiler", unser Unbewusstes,  zu Wort kommen zu lassen.

 

Interessant finde ich vor diesem Hintergrund die in dem Artikel von Frau Eva Tenzer zu findende Einschätzung, dass wir uns jetzt nicht mehr im Zeitalter der Selbstfindung befinden, sondern dass es jetzt stattdessen um ein möglichst optimal gestaltetes Selbst geht. Mit Hilfe eines geeigneten Coachs soll eine Designer-Persönlichkeit geschaffen werden, deren Chancen sich in einer Welt, in der nur der Stärkste gewinnt, verbessern lassen. Ich finde, die Autorin hat da genau den aktuellen Zeitgeist auf den Kopf getroffen: Eine Zeit in der Alles möglich ist, wenn man nur die richtigen Mittel und Wege kennt, das heißt eine möglichst effektive Psychotechnik anzuwenden versteht… und schon wird auch das Unmögliche machbar. Ein solches Retorten-Ich ist mir mindestens genauso unheimlich, wie es ein genmanipuliertes Baby wäre, und ich kann eigentlich nur hoffen, dass die im Bereich des Coachings tätigen Kolleginnen und Kollegen diese Erwartungen nicht noch unterstützen, sondern immer noch, zumindest für sich selbst die Maxime in sich tragen, selber „echt“ zu sein und ihr Gegenüber auf seinem Weg zu einem in sich geschlossenen psychologischen Gesamten zu begleiten, beziehungsweise dazu anzuleiten, diesem Ziel möglichst nahe zu kommen. Es ist absolut in Ordnung der Katalysator für einen Prozess zu sein, der Materie miteinander in Reaktion bringt, die zumindest zum größten Teil aus dem Patienten selbst stammen sollte. In dieser Hinsicht fand ich den Beitrag von Frau Tenzer in dem insgesamt sowohl für Psychotherapiegebende als auch -nehmende äußerst lesenswerten Beitrag in "Psychologie Heute compakt" für mich sehr wichtig. Hat er mir doch wieder einmal bewusst werden lassen, dass ein direktives Vorgehen in der Psychotherapie lediglich die Gestaltung des Ablaufes einer therapeutischen Intervention betreffen sollte, während Ziele und Inhalte der Arbeit auf jeden Fall in den Händen des Klienten bleiben müssen. Auch die auf unserer Internetseite beschriebenen therapeutischen Hilfsmittel wie Entspannungs-CDs oder PC gestützte Selbsterfahrungshilfsmittel sind in diesem Geiste entwickelt worden: Katalysator dafür zu sein, seine persönlichen Ressourcen zu entdecken und nutzen zu lernen.

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So

10

Mai

2009

Warum technische Tools in der Psychotherapie ?

von Christoph Wölk

 

Da mich demnächst einige Kollegen in meiner Praxis besuchen wollen, nehme ich dies gerne zum Anlass, ihnen etwas über mein „Hobby“, „Möglichkeiten des Einsatzes von technischen Hilfsmitteln in der Psychotherapie“ zu demonstrieren.  Dabei wird sicherlich eine Diskussion darüber entstehen, ob dieser Schritt in Richtung einer Technisierung von psychotherapeutischen Interventionen überhaupt nötig und sinnvoll ist. Als Themen für diese sicherlich sehr spannend werdende Diskussion, könnte ich mir folgende Stichpunkte vorstellen:

 

1. Ökonomie

2. Effektivität

3. Komfortabilität

 

Thesen: Zur Zeit übersteigt die Nachfrage nach Psychotherapie das Angebot um ein Vielfaches, dieses Missverhältnis wird in Zukunft nicht geringer sondern eher noch mehr. Hieraus folgt, es sollte über Möglichkeiten der Ökonomisierung von Psychotherapie nachgedacht werden :

Möglichkeit 1: Gruppentherapie, wie sie in den angelsächsischen Ländern sehr verbreitet ist?

Möglichkeit 2: kürzere Verweildauer in der psychotherapeutischen Behandlung. Der Weg hierzu knüpft an dem Punkt der Effektivität von Psychotherapie an.

Eine Steigerung der Effektivität ließe sich erwiesenermaßen durch Anwendung von Konzepten des entdeckenden Lernens und der Berücksichtigung des Grundsatzes „je höher die emotionale Beteiligung und Aktivierung des Patienten, umso intensiver der in der Psychotherapie stattfindende Lernprozess“ erreichen.

Die eigenständige Erarbeitung von therapeutischen Inhalten verhilft dem Patienten zu dem Gefühl einer höheren Selbsteffizienz bei der Bewältigung seiner psychischen Probleme. Das Risiko einer Abhängigkeit vom Therapeuten ist reduziert und die Zeit zwischen den Therapiesitzungen lässt sich sinnvoller für den therapeutischen Prozess nutzen.

Die soweit dargestellten Thesen zum Sinn und Nutzen von leistungsfähigen therapeutischen Tools stellen meines Erachtens einen guten Ausgangspunkt zum Beginn einer Diskussion über die Möglichkeit der Effektivierung und Ökonomisierung von Psychotherapie dar, die zumindest im deutschsprachigen Raum bisher noch viel zu wenig Raum gefunden hat.

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Di

05

Mai

2009

Buchtipp

Wir wollen an dieser Stelle auch Ideen und Anregungen einbringen, die nichts mit den von uns entwickelten psychotherapeutischen Tools zu tun haben, sondern die wir in den zurückliegenden Jahren unseres psychotherapeutischen Arbeitens oftmals zufällig als Glücksfall entdeckt  und als Bereicherung in unsere therapeutische Arbeit integriert haben. Als ein Beispiel für derartiges Know-how soll im Folgenden auf ein Buch hingewiesen werden, das 101 therapeutische Interventionen beschreibt, die von den Autoren zu Recht als „Schätze der Psychotherapie“ bezeichnet werden. Unter der Herausgeberschaft von Steffen Fliegel und Annette Kämmerer beschreiben in diesem Buch mehr als 30 Autoren in prägnanter Form ihre therapeutischen Spezialitäten, nebst der Zielgruppe, für die die Interventionen besonders gut geeignet sind und einer Quelle wo man eine ausführlichere Beschreibung der jeweiligen Methode finden kann. Die 101 in dem Buch beschriebenen therapeutischen Schätze stammen sowohl aus der Verhaltenstherapie, der Gestalttherapie, dem Psychodrama, der Familientherapie und noch vielen andere therapeutischen Schulen. Hier einige Beispiele für den Fundus an Ideen, die in ausreichend detaillierter Weise beschrieben werden: Affektbrücke, 2-Stuhl-Technik, Lebenslinie, Familien-Genogramm, Gespräch mit dem früheren Kind, Kino-Technik, Nähe-Distanz auspendeln, „ich“ in einem Jahr etc. "Psychotherapeutische Schätze - 101 bewährte Übungen und Methoden für die Praxis" (dgvt-Verlag) darf unseres Erachtens nach in keiner psychotherapeutischen Praxis fehlen und sollte sich bei der Arbeit in Reichweite befinden, um immer dann, wenn man den Eindruck hat, es könnte zu  „verkopft“ und wortlastig werden, mit diesen Interventionen die Patienten effektiv „ans Arbeiten“ zu bringen. Denn es ist eine schon seit langem bekannte Tatsache, dass die Momente, wo nicht nur Worte gewechselt werden, häufig die Sternstunden psychotherapeutischen Arbeitens darstellen…

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So

26

Apr

2009

Psychische Fitness gefragt in schwierigen Zeiten

In der Ruhe liegt die Kraft und in der persönlichen Stärke und Kompetenz die Chance, auch in Krisenzeiten für sich das Beste daraus zu machen. Immer wieder hört man, das chinesische Wort für Krise bedeutet gleichzeitig auch Chance. Sicherlich ist es ausgesprochen weise, unsere derzeitige wirtschaftliche Großwetterlage so zu sehen. Aber klar ist auch, dass Stärke allein nicht Berge versetzen kann, sondern man muss über die richtigen Techniken verfügen und die entsprechenden Kompetenzen besitzen. Wege zu diesem Ziel gibt es sicherlich mehrere. Man kann sich zum Beispiel von einem Psychotherapeuten oder Coach anleiten lassen. Unzählige Selbsthilfebücher beschreiben diese Strategien und versuchen, sie über systematische Programme dem Leser zu vermitteln. So manch einer profitiert von den genannten Wegen. Für Andere dürfte der beste Weg  darin bestehen, Werkzeuge (Tools) an die Hand zu bekommen, die es ermöglichen, den persönlichen Weiterentwicklungsprozess in eigener Regie und im ganz persönlichen Tempo stattfinden zu lassen. Wichtig ist hierbei, dass dieses Coaching in einer Weise geschieht, die sowohl motivierend ist, als auch das Tun beinhaltet. Hierbei haben Selbsthilfebücher häufig ihr großes Manko und ein Psychotherapeut oder Coach stehen wiederum nicht jedem zur Verfügung. Schön ist es daher, über einen dritten Weg zu verfügen, der so motivierend ist, dass es Spaß macht, aktiv zu werden und dranzubleiben, auch wenn man bei seinem persönlichen Weiterentwicklungsprogramm weitgehend auf sich alleine gestellt ist.

Unser Ziel ist, genau solche Psycho-Tools zu entwickeln, die jedem, der erkannt hat, dass er selbst sein eigener Coach sein muss und kann, Werkzeuge an die Hand geben mit denen er seinen Verstand, sein strategisches Know-how und die Kompetenzen, die es braucht, um beruflich oder auch persönlich voranzukommen, systematisch trainieren kann. Ähnlich wie in einem (guten) Fitnesscenter, in dem auch ohne übergebührliche Beanspruchung ein systematischer Aufbau von Muskeln und Bewegungsvermögen erzielt werden kann.

Schauen Sie sich ruhig auf unserer Produktseite mal etwas um. Sicherlich gibt  es dort das Eine oder Andere, das Ihr Interesse findet und genau in dem Bereich, wo Sie vielleicht schon seit langem wissen, dass sie "Nachholbedarf" haben, etwas Passendes bietet, um Ihr Wohlbefinden, Ihre psychische Fitness zu verbessern…

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Fr

17

Apr

2009

Relax...

Feierabend....Wochenende....jetzt wird erst mal relaxed !

In Brisbane...
In Brisbane...
...und in Lohne, unser "Amor"
...und in Lohne, unser "Amor"
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Fr

10

Apr

2009

Neue Wege

Unsere Website schlüpft gerade aus dem Ei und wird sich kontinuierlich entwickeln !

Für heute erst einmal "Herzlich Willkommen" an einem Ort, wo Sie in Zukunft Gedanken und Überlegungen finden werden, die wir uns zu dem Thema machen, wie Psychotherapie neue Wege gehen kann. Aber auch Neuigkeiten und alltagspsychologische Themen sollen hier nicht zu kurz kommen...

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Sa

05

Dez

2015

"Wege zum Glück", die erste deutschsprachige App zur Positiven Psychologie

Zusammen mit dem Softwareingenieur Andreas Seebeck haben wir unsere erste App für Android entwickelt. Dieses 7 Tage-Coachingprogramm basiert auf Erkenntnissen aus der Positiven Psychologie. Dieser neue Zweig innerhalb der Psychologie hat sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, was uns davor schützt, psychisch belastet, gestresst oder sogar krank zu werden. Besonders an der Positiven Psychologie ist, dass im Unterschied zur gängigen Selbsthilfeliteratur Methoden und Ideen Anwendung finden, die wissenschaftlich erprobt sind. Hierbei kommt dem von Martin Seligman entwickelten PERMA-Modell eine besondere Bedeutung zu, da es darauf abzielt, bewusst zu machen, was uns psychisch aufblühen (Flourishing) und ein ausbalanciertes Leben führen lässt.

 

Den fünf Buchstaben, des Wortes PERMA kommen dabei folgende Bedeutungen zu:

Positive feelings (Positive Gefühle),

Engagement ("Flow"),

Relations (Aufbau und Pflege von zwischenmenschlichen Beziehungen),

Meaning (sinnhaftes, nachhaltiges Tun)

Achievement (Ehrgeiz, Ziele zu erreichen)

 

Die von uns auf der Basis des PERMA-Systems entwickelte App, „Wege zum Glück“ besitzt drei Funktionen: 1. sie gibt eine Einführung in die fünf Komponenten des PERMA-Systems, 2. der Benutzer hat die Möglichkeit, über sieben Tage hinweg, zu „messen“, wie ausgeprägt jede der fünf uns gesunderhaltenden Verhaltensweisen aktuell in unserem Leben vorkommen. Hierzu bietet die App die Möglichkeit, die subjektiv empfundene Ausprägung der fünf PERMA-Komponenten Tag für Tag festzuhalten. Diese Messwerte werden grafisch dargestellt. Hierdurch kann man verfolgen, wie durch die Anwendung der App, die für ein gesundes psychisches "Immunsystem" förderlichen Verhaltensweisen vermehrt auftreten.

 

3. Als ein weiteres Feature schlägt die App täglich ein neues persönliches Experiment vor, das dazu beiträgt, neue Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen oder in der Wahrnehmung der Tagesereignisse zu machen. Hierbei gibt es u.a. eine Anleitung, zum persönlichen „Glücks- oder Talentsucher“ zu werden oder z.B. auszuprobieren, bewusst mit  Humor durch den Tag zu gehen.

Auch bei diesen kleinen Experimenten handelt es sich um empirisch erprobte, aus der Positiven Psychologie stammende Empfehlungen, die in jedem Alltag Raum finden.

 

Die App kann im Android „Play Store“ unter dem Namen "Wege zum Glück" für 0,99 € heruntergeladen werden. Sie kann immer wieder für jeweils sieben Tage neu initialisiert werden. Zuvor sollte man sich jedoch die Ergebnisse der zurückliegenden Woche per E-Mail selbst zuschicken. Mithilfe eines von www.lotuspress.de kostenlos herunterladbaren  Excel-Moduls, können die gesammelten Messwerte interessanten Analysen unterzogen werden, die deutlich machen, inwieweit man sich bereits auf dem richtigen Weg zu mehr psychischem Wohlbefinden und Lebensglück befindet.

 

Probieren Sie es doch einfach mal aus.

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Di

09

Sep

2014

The Personality Coach

A warm welcome to the readers of the English version of our website right in time for the EABCT-Conference 2014 in Den Haag (Netherlands). We are glad that on this international conference our contribution is accepted as a presentation on the E--Market. This way, we hope to get in contact with colleagues that have the same vision as we have and are convinced that using speech interactive PC-or app based tools will be a remarkable progress for psychotherapy.

This blog is not meant to be a one-way street, comments as well as positive and negative feedback are very welcome.
At the moment we concentrate on developing an all-purpose tool package which can be used in face to face psychotherapy. The „Personality-Coach“comprises of eight self developed programs.  It is possible to use it with a Windows touchscreen notebook or tablet which is very comfortable in psychotherapeutic settings. A clamping system for your tablet is available in music instrument shops, so that you don’t have to hold on to your tablet during your session. Using the "Personality-coach" the therapist takes the instructing and supporting role for the client explaining the idea and the functions of the programs, so that in the end the client is able to use them. That way you support the originally intended setting of psychotherapy where your client is doing most of the work himself.

It is definitely not our intention to replace the therapist by our psychotherapy- tools, but to add a component that makes therapy for the patient more efficient and for the therapist more convenient.
At the moment the following programs are integrated in the „Personality-Coach“: „My goals“, „3 x luck“, „My daily soap“, „Mindwasher“, „My new style“, „A glance on me“, "The inner team", and the "Emotion trainer"
In the next blog we will explain the ideas behind these tools.

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So

09

Mär

2014

Leserbrief in Psychologie Heute (4.2014)

Ein herzliches Willkommen, ganz besonders für die neuen Besucher dieser Internetseite, die möglicherweise über den Leserbrief in der Aprilausgabe von Psychologie heute (4.2014) auf uns aufmerksam geworden sind. Wie bereits in dem Leserbrief ausgeführt, ist es sehr erfreulich, dass eine renommierte Zeitschrift, alle an dem Thema Psychotherapie Interessierte, ob Behandler, Behandlungssuchende oder wissenschaftlich Tätige,  über Neuentwicklungen in der Psychotherapie informiert. Bevor wir über den neuesten Stand unserer Aktivitäten bezüglich "Psychotherapie 2.0" berichten, noch ein kurzer Hinweis zu diesem Blog. Er ist nicht als kommunikative Einbahnstraße gedacht, d. h. Kommentare oder anregende Gedanken sind uns sehr willkommen. Klicken Sie einfach auf das entsprechende Link am Ende der Beiträge… Natürlich können Sie uns auch eine E-Mail schicken entweder über die unter Kontakte genannte Adresse oder aber auch über die Internetadresse cwoelk@uos.de.

 

Zur Zeit konzentrieren sich unsere Entwicklungsaktivitäten vor allem in Richtung eines sehr leistungsfähigen, universal in der Psychotherapie einsetzbaren Programm-Paketes.  Dieser "Psychotherapie-Helfer"  vereinigt eine ganze Reihe von in den vergangenen Jahren von uns entwickelten psychotherapeutischen Tools unter einer  benutzerfreundlichen  Oberfläche. Das Programm gewinnt nochmal an Komfort, wenn mit ihm über einen Touchscreen interagiert wird. Inzwischen gibt es einige gut geeignete Windows 8. X Tablets oder Notebooks auf dem Markt, die endlich die gewünschte Benutzerfreundlichkeit liefern, wie sie für "Werkzeuge", die im Rahmen der therapeutischen Sitzung eingesetzt werden, die Voraussetzung darstellen. So ist zum Beispiel das Microsoft Surface pro bzw. pro 2 in dieser Hinsicht eine sehr handliche Hardware-Plattform für unser Programm. Im Musikhandel gibt es Haltevorrichtungen, so dass es während der Bedienung durch den Patienten von diesem nicht gehalten werden muss. Das Einsatz-Szenario kann dann idealerweise so aussehen, dass Patient und Therapeut gemeinsam vor dem Tablet sitzen und der Therapeut über die Benutzeroberfläche des "Psychotherapie-Helfers" eins der insgesamt sieben therapeutischen Tools startet. Nachdem er dem Patienten die Bedienung und Sprachfunktionalität des Programms demonstriert hat, übernimmt der Patient die weitere Interaktion mit dem Programm durch Tippen auf den Bildschirm. Diese Form der Bedienung ohne Tastatur und Maus macht es auch PC-Ungeübten möglich, sich schnell mit der Bedienung des Programms anzufreunden. Dies gibt dem Therapeuten etwas Freiraum, um z.B. weitere therapeutische Interventionen zu planen.

 

Das beschriebene therapeutische Szenario macht deutlich, dass es bei den von uns entwickelten psychotherapeutischen Tools nicht darum geht, den Therapeuten durch den PC zu ersetzen, sondern das therapeutische Geschehen für den Patienten effektvoll zu ergänzen und für den Therapeuten effizienter werden zu lassen. Bei den psychotherapeutischen Tools, die der "Psychotherapie-Helfer" zur Verfügung stellt, handelt es sich um: "Meine Ziele", "3x Glück", "Mein Leben und ich", Mindwasher", "My new Style" und "Blick auf mich selbst". Was es mit diesen Tools im Einzelnen auf sich hat, werden wir demnächst ausführlich darstellen.

 

 

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So

29

Dez

2013

Ein Neubeginn... (von Christoph Wölk)

Nach langer Pause endlich ein neuer Beitrag in diesem Blog. Die mit Abstand bedeutendste Veränderung, die in der Zwischenzeit eingetreten ist, ist mein Weggang von der Universität Osnabrück. Zeiten ändern sich, das gilt inzwischen leider auch für eine derart traditionelle Institution, wie die Universität sie darstellt, oder treffender gesagt, bis vor kurzem dargestellt hat. Die Einführung der Bachelor/Master-Studiengänge haben aus meiner Sicht lediglich eine deutliche Verschulung des universitären Geschehens zur Folge gehabt. Dies hat im „Positiven“ eine Verbilligung des Angebotes bewirkt (sicherlich ein Wunsch der Politik). Im Negativen ist jedoch durch diese Umgestaltung der Universität von innen heraus leider viel von ihrem ursprünglichen akademischen Grundverständnis geopfert worden. Statt geistiger Freiheit zählt jetzt vor allem die scheinbare Effizienz …
Genug von diesem wenig erfreulichen Thema. Die positive Seite meiner persönlichen Veränderung ist, dass u.a. ab jetzt dieser Blog öfters Neues zu berichten haben wird. Geplant ist, die aufgrund meiner beruflichen Veränderung freigewordene Zeit, nur zum Teil in die Tätigkeit meiner psychotherapeutischen Praxis einfließen zu lassen. Ein erfreulich großer Teil wird von mir in die Entwicklung von PC-Programmen und Apps zum Einsatz als therapeutische Tools investiert werden. Seitdem meine Frau und ich uns in die Idee und Methoden der positiven Psychologie eingelesen haben, sind uns viele neue Ideen für derartige „kleine Helfer“ in der Psychotherapie gekommen. Hiervon demnächst mehr.

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So

28

Okt

2012

Effektivität von Psychotherapie

Während eines Vortrags im Rahmen des 7. Nordwestdeutschen Psychiatrie-Tages in Dinklage (Oldb.), veranstaltet von der Psychiatrischen Abteilung des Christlichen Krankenhauses Quakenbrück (Dr. Dr. Boerner) wurde von einem der Referenten sinngemäß folgendes ausgeführt: "Wir haben mit ca. 20.000 Psychotherapeuten in Deutschland weltweit die höchste Versorgungsdichte bezüglich Psychotherapie. Trotz dem sind wir im Vergleich zu anderen Ländern jedoch in psychischer Hinsicht nicht wirklich "gesünder"…". Diese Aussage wirft unserer Meinung nach ein bedenkliches Bild auf die aktuelle Form von psychotherapeutischer Versorgung in unserem Land. Machen wir Psychotherapeuten bei unserer täglichen Arbeit etwas entscheidendes systematisch falsch? Bedeutet dies, dass wir die ständig zunehmende Nachfrage nach Psychotherapie fehlattribuieren, wenn wir sie als Hinweis darauf interpretieren, dass wir einen "guten Job" machen und wir meinen, dass unsere Arbeit „Früchte trägt“. Grund genug den aktuellen Status quo, so wie er typischerweise in den psychotherapeutischen Praxen gelebt wird, kritisch zu hinterfragen. Können, bzw. sollten wir etwas anders machen als bisher? Zahlt sich der Luxus einer unter Umständen über 60 Sitzungen und mehr stattfindenden einzeltherapeutischen Betreuung eines Patienten/Klienten überhaupt aus oder ist das besonders im anglo-amerikanischen übliche Gruppensetting genauso effektiv aber gleichzeitig deutlich effizienter? Ist der in den psychosomatischen Kliniken durchgängig praktizierte Weg primär auf gruppentherapeutische Angebote zu setzen der zeitgemäß richtige? Fragen, die es wert sind, dass wir Behandler sie uns stellen, bevor es jemand anders tut, nämlich die, die die Weichen für die weitere Zukunft der Psychotherapie in unserem Lande stellen. Wir sehen das Resümee aus diesen Überlegungen, dass es möglicherweise 5 vor 12 Uhr ist, was die Notwendigkeit betrifft über Effizienz von Psychotherapie nachzudenken und den Mut zu haben, psychotherapeutisch neue Wege zu gehen. Ein Ziel, dass wir uns mit Psychotherapie-2-0.de zum Programm gemacht haben.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal.

C&C. Wölk

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So

28

Okt

2012

Einsatz computergestützter Therapiehilfen entwickelt sich...

Seit der letzten Eintragung in diesem Blog ist zugegebenerweise eine lange Zeit vergangen, was jedoch nicht bedeutet, dass wir das Thema: „Entwicklung von kleinen (technischen) Helfern für den Einsatz in der Psychotherapie“ aus den Augen verloren haben. Ganz im Gegenteil, es hat sich auf dem Gebiet sogar eine ganze Menge getan, sowohl bei uns als auch andernorts. So haben wir aufgrund eines entsprechenden Hinweises durch unseren Hausarzt Kontakt mit der Firma Novego und ihrem Internet gestützten" Depressionshelfer" bekommen. Wir finden es erfreulich, dass derartige, auf technischen Medien basierende Therapieangebote nun auch im deutschsprachigen Raum im Entstehen sind. Es handelt sich beim „Depressionshelfer“ um ein sowohl psychoedukativ als auch zu konkreten Verhaltensübungen anregendes Programm, das den Patient über einen Zeitraum von 8 Wochen begleitet und motiviert, konsequent an der Überwindung seiner Depression zu arbeiten. Die dabei eingesetzten Interventionen stammen aus dem Repertoire der Kognitiven Verhaltenstherapie und haben ihren prinzipiellen therapeutischen Nutzen bereits unzählige Male unter Beweis gestellt. Daher besteht zurzeit eigentlich nur noch die Notwendigkeit, empirisch zu überprüfen, ob die therapeutische Wirkung auch in der gewählten Darbietungsweise, d.h. in Form des "Selbststudiums" via Internet genauso besteht, wie wenn es durch einen Psychotherapeuten in einer Therapiesitzung persönlich vermittelt wird. Genau eine solche empirische Evaluation wird zur Zeit von neutraler wissenschaftlicher Seite aus durchgeführt. Das Ergebnis dieser Studie erwarten wir mit großer Spannung, nicht zuletzt deshalb, weil im Ärzteblatt für psychologische Psychotherapeuten 3/12 ein Artikel veröffentlicht wurde, in dem die im akademischen Umfeld der Psychotherapie empirisch arbeitende Kollegin Ergebnisse einer bundesweit angelegten Studie bereits vorab zur Veröffentlichung der Studie berichtet. In dem Artikel berichtet Sie neben vielen guten und wichtigen Überlegungen zu dem Thema "Neue Formen der Psychotherapie", dass eine repräsentative Umfrage ergeben hätte, dass das Gros der Befragten eine konventionelle Therapie einer auf technischen Medien basierenden vorziehen würde. Die Qualität der Studie lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, da sie noch nicht veröffentlicht ist, ein Vorgehen, das ich aus wissenschaftlicher Sicht recht unglücklich finde, da der Leser dieses Ergebnisses, nicht die Möglichkeit hat, die ihm gegebenen Informationen im Hinblick auf ihre Verlässlichkeit zu beurteilen. Ganz davon abgesehen, dass bei der aktuellen Versorgungssituation in Sachen Psychotherapie dem Therapiesuchenden genau genommen inzwischen nur die Möglichkeit bleibt, typischerweise viele Monate auf einen Therapieplatz zu warten. Eine in moralisch- ethischer Hinsicht äußerst zweifelhafte Situation, besonders was die Versorgung einer akuten depressiven Krise bei einem davon Betroffenen betrifft.
In diesem Zusammenhang scheint es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass die Anbieter des „Depressionshelfer“, diesen vor Allem als ein psychoedukatives, handlungsorientiertes Behandlungssystem verstehen, das als Ergänzung zu einer laufenden Therapie oder als Überbrückung, bis ein Therapie-Platz verfügbar ist, eingesetzt werden sollte.

Leser die diesen Blog aufmerksam verfolgen, wissen, dass dies genau der Ansatz ist, den wir auch mit unseren Angeboten an „Kleinen Helfern“ für die Psychotherapie verfolgen: therapieunterstützende, auf technischen Medien basierende Interventionen, die im Rahmen einer konventionellen Therapie Einsatz finden, mit dem Ziel, Effektivität und Effizienz der gemeinsamen psychotherapeutischen Arbeit zu fördern. Hierbei handelt es sich um eine Überlegung, wie sie auch einer der Väter der kognitiven Verhaltenstherapie, Albert Ellis, im Sinn hatte, als er zu dem Schluss kam, dass ihm die Zahl von Patienten, denen er mithilfe der zu der damaligen Zeit dominierenden psychoanalytischen Therapie helfen konnte, viel zu klein und daher professionell unbefriedigend erschien. Ein Gefühl, dass wir aufgrund der eklatanten scherenartigen Entwicklung, die Angebot und Nachfrage nach Psychotherapie seit Jahren entwickelt haben, nur teilen können.

Bis zum nächsten Mal.

C. & C. Wölk

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So

17

Okt

2010

Wo die Zukunft der Psychotherapie hinführt

Die Zukunft der Psychotherapie hat begonnen, wenn auch (noch) nicht bei uns. Auf dem „E-Mental Health Summit 2009“, dem 1.Kongress der International Society for Research on Internet Interventions (ISRII) in Amsterdam wurde deutlich, dass der technische Fortschritt in Form von PC, Internet und Handy inzwischen auch die "Seelenheilkunde" erreicht hat. In Großbritannien, den Niederlanden und Schweden können Patienten, die unter Angst- oder Zwangsstörungen, Depressionen oder einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden jetzt ein Behandlungsangebot wählen, bei dem sie am PC via Internet eine Kombination aus Psychoedukation und Verhaltens-Coaching durchlaufen. um so einen Weg heraus aus ihren psychischen Problemen zu finden. Zuhause, ganz für sich, ohne sich mit seinen Problemen "outen" zu müssen, eine Anonymität, die für Viele sicherlich (immer noch) höchst wünschenswert ist. Auch den Krankenkassen kommt in der jetzigen Zeit ein solches „preiswertes“ Psychotherapieangebot sicherlich sehr entgegen. „E-Mental Health“ liegt somit voll im Trend.

 

Warum gibt es dieses Angebot nicht auch bei uns? Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage darf in Deutschland heilende Tätigkeit nur im persönlichen Kontakt ausgeführt werden. Ein Anachronismus, ein Hemmschuh für den Fortschritt in der Psychotherapie aus vergangenen Zeiten? Eher nicht, denn der Zwang zum persönlichen Kontakt zwischen Arzt/Therapeuten und Erkrankten gewährleistet die Qualität von Diagnose und therapeutischer Intervention. Ähnlich wie es mit elektronischen Mitteln immer noch nicht möglich ist, das virtuose Spiel auf einer Stradivari zu imitieren, ist auch Psychotherapie ohne den „human factor“ nicht denkbar.

Wieder so ein technikfeindlicher Psychologe werden Viele jetzt vielleicht denken. Aber dieser Vorwurf trifft auf mich und meine therapeutische Arbeit nun gar nicht zu. Ich selbst habe in den zurückliegenden Jahren eine ganze Reihe von, auf technischen Hilfsmitteln basierende, therapeutische Interventionen entwickelt und bezüglich ihrer Wirksamkeit empirisch evaluiert. Die Palette reicht dabei von „Brainy“, dem PC-gestützten Antizwangstraining bis hin zu dem auf sprachlichen Dialogen basierenden, PC-Programm „Talk to him“, bei dem der Patient sich in Dialogform mit seinem Zwang auseinandersetzt. Die vergleichsweise große Verbreitung dieser beiden PC-Programme ist ein Hinweis darauf, dass Patienten inzwischen zunehmend mehr dazu bereit sind, selbst Verantwortung für die Überwindung ihrer psychischen Probleme zu übernehmen. Wichtig dürfte dabei jedoch sein, dass derartige, technikgestützte Interventionen nur einen Teil eines umfassenden therapeutischen Geschehens darstellen. Das, was innerhalb eines therapeutischen Prozesses abläuft, ist viel zu komplex, als dass es sich vorprogrammieren ließe. Und genau hierin liegt die Schwäche der auf dem Internet basierenden, mit allen technischen Raffinessen realisierten Therapieangebote „von der Stange“. „Beating the Blues“, „Fear Fighter“ und „Cope“ stellen zwar technisch gut gemachte, vor allem auf das therapeutische Mittel der Psychoedukation setzende Interventionen dar, jedoch fehlt ihnen der „human factor“ in Form eines menschlichen Gegenübers. Lediglich ein kleiner Teil der Benutzer wird von diesen „kopflastigen“ Therapieangeboten profitieren, denn die meisten Patienten brauchen mehr als nur eine Korrektur ihres „falschen“ Denkens und Verhaltens. Die für einen wirklich tief greifenden und dauerhaften Veränderungsprozess nötige intensive emotionale Beteiligung lässt sich nur über besondere therapeutische „Kunstgriffe“ erreichen. Genau deshalb lasse ich in den von mir entwickelten PC-gestützten Therapieprogrammen nach Möglichkeit die Interaktion mit Hilfe von Sprache stattfinden. Hierdurch wird bei den Benutzern eine starke emotionale Beteiligung induziert, die für das Stattfinden eines dauerhaften psychischen Veränderungsprozesses entscheidend ist.

 

Die Zukunft einer Psychotherapie 2.0 dürfte in der Weiterentwicklung von (verhaltens)therapeutischen Interventionen liegen, wobei Schritt für Schritt die, sich durch den technischen Fortschritt anbietenden, Möglichkeiten für eine Intensivierung des therapeutischen Geschehens genutzt werden.

Auch die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen der immer größer werdenden Nachfrage nach Psychotherapie und dem in seinen Umfang „eingefrorenen“ Angebot an Psychotherapie macht es unumgänglich in Zukunft neue Wege zu gehen. Jedoch sollten Patienten wie auch Therapeuten „E-Mental Health“ mit genügend kritischem Sachverstand begegnen, damit aus einer großen Chance kein „low budget“ Angebot als „Lückenbüßer“ für fehlende Angebote im Sektor von der Krankenkasse finanzierte Therapie wird. Darüber hinaus ist vor Beginn einer Psychotherapie, in welcher Form auch immer sie dann stattfinden soll, auf jeden Fall eine professionelle Psychodiagnostik unerlässlich, die nur durch ein psychotherpeutisch geschultes Gegenüber vorgenommen werden kann, auf der Grundlage einer tragfähigen therapeutischen Beziehung. Hierzu wird „Kollege Computer“ auch in ferner Zukunft vollkommen ungeeignet bleiben. 

 

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Mi

03

Jun

2009

Von "Wirkfaktoren in der Psychotherapie"

 

Bereits im vorherigen Block habe ich mich auf das Anfang dieses Jahres erschienene Psychologie Heute compakt Heft 21 mit dem Titel: "Hilfe für die Seele -Was Psychotherapie leisten kann" bezogen. In diesem Heft befinden sich jedoch noch eine ganze Reihe weiterer äußerst lesenswerter Beiträge. Daher werde ich auch heute einen weiteren Artikel aus diesem Heft zum Thema nehmen. Hierbei handelt es sich um den Beitrag von Jochen Paulus mit dem Titel: "Welche Therapie ist gut für mich."

 

Beim Lesen des Beitrags von Jochen Paulus ist mir besonders seine sehr prägnante Darstellung von vier Wirkfaktoren von Psychotherapie in Erinnerung geblieben, die der unlängst verstorbene Psychotherapieforscher Klaus Grawe in seinem Konzept einer integrativen Psychotherapie spezifiziert hat. Der Einfachheit halber übernehme ich im Folgenden die Darstellung dieser vier nach Grawe für eine erfolgreiche Therapie entscheidenden Wirkfaktoren als Zitat aus dem Artikel von Paulus:

"… Grawe wollte wissen, warum viele verschiedene Psychotherapieformen wirken, obwohl sie auf den ersten Blick ganz unterschiedlich aussehen. Er wertete Tausende von Therapiestudien aus, in denen es um die Frage ging, was eine Therapie wirksam macht. Er kam zum Schluss, dass vier verschiedene Wirkfaktoren entscheidend sind.“

 

Den ersten Wirkfaktor nennt Grawe Ressourcenaktivierung. Dabei geht es darum, die Möglichkeiten und Stärken zu nutzen, die der Patient mitbringt. Ressourcenaktivierung ist ein therapeutisches Vorgehen, das etwa in der systemischen Therapie betont wird. Ressourcen können vieles sein, zum Beispiel Fähigkeiten des Patienten. Wenn ein Patient seinen Verstand gut einsetzen kann, sollte der Therapeut dies nutzen. Nach Grawe wäre es eine Verschwendung dieser Ressource, wenn der Therapeut entscheiden würde: „Das ist ein zu rationaler Mensch, den muss ich seinen Gefühlen näherbringen, der muss eine Therapie aus dem Bauch heraus haben." Ressourcen können aber auch hilfsbereite Verwandte und Freunde sein.

 

Grawes zweiter wichtiger Wirkfaktor ist die Problem­aktualisierung. Ein Patient muss seine Probleme in der The­rapie erleben. Es reicht nicht, nur darüber zu reden. Da­rum führen Verhaltenstherapeuten Höhenphobiker auf Türme und setzen Flugängstliche in Jets. In der Therapie einer chronischen Schmerzsymptomatik helfen z.B. … Achtsamkeitsübungen, die Schmerzen differenzierter wahrzunehmen, um gezielt da­ran arbeiten zu können.

Zusammen mit den Entspannungstechniken realisieren Schmerzpatienten … auch den dritten von Grawes Wirkfaktoren - die aktive Hilfe zur Problembewältigung. Der Therapeut soll dem Patienten helfen, über ein Problem hinwegzukommen, verlangt Grawe. „Dass er also nicht hinter dem Problem irgendwelche ganz anderen, geheimen Bedeutungen sieht, sondern das Problem nimmt, wie es ist, als eine Schwierig­keit, als ein Nicht-anders-Können."

Auch dies ist traditionell eine Stärke der Verhaltensthe­rapie.

 

Grawes letzter Faktor wird dagegen eher in anderen Therapieschulen betont, etwa der Psychoanalyse. Grawe nennt ihn Klärung. Hier geht es um die Frage, woher die Probleme kommen. Vielen Patienten ist dies sehr wichtig.

Welche Wünsche oder Ängste stehen dahinter? „Durch diesen Klärungsprozess werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Patient in Zukunft sein Leben anders gestalten kann", lehrte Grawe.

Klaus Grawe trat dafür ein, die klassischen Therapieschulen aufzugeben und sich stattdessen an den Faktoren zu orientieren, die für die heilende Wirkung der unterschiedlichen Therapien verantwortlich sind. Aus welcher Therapieschule die Methoden stammen, mit denen diese Faktoren verwirklicht werden, soll dabei keine Rolle spielen. (Paulus, 2009, S9-10).

 

Nach dem zweiten Lesen des Artikels bin ich mir nicht mehr so sicher, was den beim ersten Lesen entstandenen Eindruck angeht, dass bei der Aufzählung der Wirkfaktoren auch die Abfolge ihres Einsatzes in der Psychotherapie impliziert ist. Aber ungeachtet dessen, ob Grawe tatsächlich in der Abfolge in die er die Wirkfaktoren aufzählt auch eine Reihenfolge ihres Einsatzes meint, finde ich es durchaus lohnenswert, diesen Gedanken erst einmal ernst zu nehmen und die Psychotherapie mit einem Patienten tatsächlich damit zu beginnen, dass man sich erst dessen Ressourcen widmet, sie im explorativen Gespräch mit ihm sammelt und würdigt und erst dann, ausgestattet mit diesen Werkzeugen und Schutzschildern, sich emotional möglichst intensiv in die psychische Aura des Problems zu begeben. Wenn auf diese Weise eine für die Modifikation von kortikalen Bahnen günstige neuronale Plastizität sichergestellt worden ist, besteht dann der dritte Schritt darin, gemeinsamen mit dem Patienten Lösungen für sein Problem zu entwickeln. Dies sollte am besten mit Hilfe der Methode des Sokratischen Dialogs nach Albert Ellis geschehen , um auf diese Weise beim Patienten neue Denk-und Verhaltensmuster zu etablieren, die er auch bereit ist,für sich anzunehmen. Erst wenn dieses Erkennen und Lösen der akuten Problematik in ausreichendem Maße geschehen ist, sollte man sich in der psychotherapeutischen Arbeit daran machen, ein Stück weit analytisch die Wurzeln der Probleme des Patienten zu explorieren, um bei ihm auf diese Weise, im Sinne einer Rückfallprophylaxe, eine erhöhte Achtsamkeit für psychologische Fallstricke zu schaffen, auf die er in Zukunft sein Augenmerk richten sollte, um nicht wieder in pathologische Denk- und Handlungsmuster zu verfallen.

 

Ich finde, dass die beschriebene Abfolge der vier Handlungsschritte/Wirkfaktoren in ihrer Logik bestechend ist und werde in Zukunft in meiner therapeutischen Arbeit bewusst diese Gliederung anwenden, um so zu erleben, ob die wissenschaftliche Herangehensweise an Psychotherapie in der Lage ist, die Praxis zu inspirieren und zu befruchten, was natürlich wünschenswert wäre.

 

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Do

21

Mai

2009

Von der Selbsterfahrung zur Gestaltung des Selbst

Die Tage ist mir ein Artikel von Eva Tenzer mit dem Titel: "Von der Couch zum Coach-Beratung für alle Lebenslagen" in die Hände gefallen. Er befindet sich in dem "Psychologie Heute compakt"-Heft Nummer 21, das Anfang dieses Jahres erschienen ist und den Titel trägt:"Hilfe für die Seele - Was Psychotherapie leisten kann". Zum einen habe ich beim Lesen des Artikels gelernt, dass mir in meinem Alter (54 Jahre) eine "late-life-crisis" droht. Irgendwie gut, endlich einen passenden Begriff dafür zu besitzen, was sich wie eine "Midlife crisis" anfühlt,aber bei meinem fortgeschrittenen Alter keine sein kann. Es sei denn, ich würde deutlich über 100 Jahre alt werden.

 

Das ist aber nicht der Grund, weshalb ich in dem dieswöchigen Blog auf diesen Artikel hinweisen möchte. Thema des Beitrags von Frau Tenzer ist meines Erachtens nach die Veränderung, die die Erwartung an psychotherapeutische Arbeit von den siebziger Jahren bis heute erfahren hat. Damals ging es darum, sich selbst zu finden. Wer sich auf diesen Weg zu begeben beabsichtigte, musste sich dazu zwischen unzähligen "Königswegen" entscheiden. Diese reichten von der Selbsthilfe, wie sie in Selbsterfahrungsgruppen praktiziert wurde bis hin zu von Experten vermittelten Techniken der Selbstversenkung, wie zum Beispiel die verschiedenen Formen der  Meditation. All diesen Wegen gemeinsam war die Idee, dass es in uns etwas gibt, das darauf wartet,mit entsprechenden Psychotechniken aus dem Dunkeln des Unbewussten in das Licht des Bewusstseins treten zu können.

 

Psychotherapie war in dieser Zeit in aller Munde, jedoch der Zugang im Vergleich zu heute noch recht umständlich und oftmals kostspielig. Es gab Selbsterfahrungs-Wochenenden und Marathon-Gruppen-Therapien, weit abgeschieden von der Welt auf einer einsamen Berghütte. Egal welchen Weg man damals einschlug, es ging, zumindest erklärtermaßen, immer darum, Zugang zu seinem inneren "Ich" zu finden. Ein Extrembeispiel ist die bekannte Encounter-Gruppe, wie sie von Carl Rogers, dem Begründer der Gesprächstherapien propagiert wurde. In derartigen Gruppen war er selbst zwar zugegen, hat sich aber so weit wie möglich mit den Prozess steuernden Interventionen zurückgehalten, aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch selber am besten weiß, was für ihn gut und richtig ist. Häufig ist ihm dies jedoch nicht bewusst, weshalb es erst eine geeignete Atmosphäre braucht, um die Weisheit unseres Inneren uns bewusst und damit im Alltag anwendbar werden zu lassen. Die moderne medizinische Hypnose, wie sie von Milton Erickson entwickelt worden ist, hat diesen Gedanken konsequent weiterentwickelt und stellt eine Reihe von Techniken zur Verfügung, möglichst effektiv an die Arbeit zu gehen, um den "Inneren Heiler", unser Unbewusstes,  zu Wort kommen zu lassen.

 

Interessant finde ich vor diesem Hintergrund die in dem Artikel von Frau Eva Tenzer zu findende Einschätzung, dass wir uns jetzt nicht mehr im Zeitalter der Selbstfindung befinden, sondern dass es jetzt stattdessen um ein möglichst optimal gestaltetes Selbst geht. Mit Hilfe eines geeigneten Coachs soll eine Designer-Persönlichkeit geschaffen werden, deren Chancen sich in einer Welt, in der nur der Stärkste gewinnt, verbessern lassen. Ich finde, die Autorin hat da genau den aktuellen Zeitgeist auf den Kopf getroffen: Eine Zeit in der Alles möglich ist, wenn man nur die richtigen Mittel und Wege kennt, das heißt eine möglichst effektive Psychotechnik anzuwenden versteht… und schon wird auch das Unmögliche machbar. Ein solches Retorten-Ich ist mir mindestens genauso unheimlich, wie es ein genmanipuliertes Baby wäre, und ich kann eigentlich nur hoffen, dass die im Bereich des Coachings tätigen Kolleginnen und Kollegen diese Erwartungen nicht noch unterstützen, sondern immer noch, zumindest für sich selbst die Maxime in sich tragen, selber „echt“ zu sein und ihr Gegenüber auf seinem Weg zu einem in sich geschlossenen psychologischen Gesamten zu begleiten, beziehungsweise dazu anzuleiten, diesem Ziel möglichst nahe zu kommen. Es ist absolut in Ordnung der Katalysator für einen Prozess zu sein, der Materie miteinander in Reaktion bringt, die zumindest zum größten Teil aus dem Patienten selbst stammen sollte. In dieser Hinsicht fand ich den Beitrag von Frau Tenzer in dem insgesamt sowohl für Psychotherapiegebende als auch -nehmende äußerst lesenswerten Beitrag in "Psychologie Heute compakt" für mich sehr wichtig. Hat er mir doch wieder einmal bewusst werden lassen, dass ein direktives Vorgehen in der Psychotherapie lediglich die Gestaltung des Ablaufes einer therapeutischen Intervention betreffen sollte, während Ziele und Inhalte der Arbeit auf jeden Fall in den Händen des Klienten bleiben müssen. Auch die auf unserer Internetseite beschriebenen therapeutischen Hilfsmittel wie Entspannungs-CDs oder PC gestützte Selbsterfahrungshilfsmittel sind in diesem Geiste entwickelt worden: Katalysator dafür zu sein, seine persönlichen Ressourcen zu entdecken und nutzen zu lernen.

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So

10

Mai

2009

Warum technische Tools in der Psychotherapie ?

von Christoph Wölk

 

Da mich demnächst einige Kollegen in meiner Praxis besuchen wollen, nehme ich dies gerne zum Anlass, ihnen etwas über mein „Hobby“, „Möglichkeiten des Einsatzes von technischen Hilfsmitteln in der Psychotherapie“ zu demonstrieren.  Dabei wird sicherlich eine Diskussion darüber entstehen, ob dieser Schritt in Richtung einer Technisierung von psychotherapeutischen Interventionen überhaupt nötig und sinnvoll ist. Als Themen für diese sicherlich sehr spannend werdende Diskussion, könnte ich mir folgende Stichpunkte vorstellen:

 

1. Ökonomie

2. Effektivität

3. Komfortabilität

 

Thesen: Zur Zeit übersteigt die Nachfrage nach Psychotherapie das Angebot um ein Vielfaches, dieses Missverhältnis wird in Zukunft nicht geringer sondern eher noch mehr. Hieraus folgt, es sollte über Möglichkeiten der Ökonomisierung von Psychotherapie nachgedacht werden :

Möglichkeit 1: Gruppentherapie, wie sie in den angelsächsischen Ländern sehr verbreitet ist?

Möglichkeit 2: kürzere Verweildauer in der psychotherapeutischen Behandlung. Der Weg hierzu knüpft an dem Punkt der Effektivität von Psychotherapie an.

Eine Steigerung der Effektivität ließe sich erwiesenermaßen durch Anwendung von Konzepten des entdeckenden Lernens und der Berücksichtigung des Grundsatzes „je höher die emotionale Beteiligung und Aktivierung des Patienten, umso intensiver der in der Psychotherapie stattfindende Lernprozess“ erreichen.

Die eigenständige Erarbeitung von therapeutischen Inhalten verhilft dem Patienten zu dem Gefühl einer höheren Selbsteffizienz bei der Bewältigung seiner psychischen Probleme. Das Risiko einer Abhängigkeit vom Therapeuten ist reduziert und die Zeit zwischen den Therapiesitzungen lässt sich sinnvoller für den therapeutischen Prozess nutzen.

Die soweit dargestellten Thesen zum Sinn und Nutzen von leistungsfähigen therapeutischen Tools stellen meines Erachtens einen guten Ausgangspunkt zum Beginn einer Diskussion über die Möglichkeit der Effektivierung und Ökonomisierung von Psychotherapie dar, die zumindest im deutschsprachigen Raum bisher noch viel zu wenig Raum gefunden hat.

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Di

05

Mai

2009

Buchtipp

Wir wollen an dieser Stelle auch Ideen und Anregungen einbringen, die nichts mit den von uns entwickelten psychotherapeutischen Tools zu tun haben, sondern die wir in den zurückliegenden Jahren unseres psychotherapeutischen Arbeitens oftmals zufällig als Glücksfall entdeckt  und als Bereicherung in unsere therapeutische Arbeit integriert haben. Als ein Beispiel für derartiges Know-how soll im Folgenden auf ein Buch hingewiesen werden, das 101 therapeutische Interventionen beschreibt, die von den Autoren zu Recht als „Schätze der Psychotherapie“ bezeichnet werden. Unter der Herausgeberschaft von Steffen Fliegel und Annette Kämmerer beschreiben in diesem Buch mehr als 30 Autoren in prägnanter Form ihre therapeutischen Spezialitäten, nebst der Zielgruppe, für die die Interventionen besonders gut geeignet sind und einer Quelle wo man eine ausführlichere Beschreibung der jeweiligen Methode finden kann. Die 101 in dem Buch beschriebenen therapeutischen Schätze stammen sowohl aus der Verhaltenstherapie, der Gestalttherapie, dem Psychodrama, der Familientherapie und noch vielen andere therapeutischen Schulen. Hier einige Beispiele für den Fundus an Ideen, die in ausreichend detaillierter Weise beschrieben werden: Affektbrücke, 2-Stuhl-Technik, Lebenslinie, Familien-Genogramm, Gespräch mit dem früheren Kind, Kino-Technik, Nähe-Distanz auspendeln, „ich“ in einem Jahr etc. "Psychotherapeutische Schätze - 101 bewährte Übungen und Methoden für die Praxis" (dgvt-Verlag) darf unseres Erachtens nach in keiner psychotherapeutischen Praxis fehlen und sollte sich bei der Arbeit in Reichweite befinden, um immer dann, wenn man den Eindruck hat, es könnte zu  „verkopft“ und wortlastig werden, mit diesen Interventionen die Patienten effektiv „ans Arbeiten“ zu bringen. Denn es ist eine schon seit langem bekannte Tatsache, dass die Momente, wo nicht nur Worte gewechselt werden, häufig die Sternstunden psychotherapeutischen Arbeitens darstellen…

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So

26

Apr

2009

Psychische Fitness gefragt in schwierigen Zeiten

In der Ruhe liegt die Kraft und in der persönlichen Stärke und Kompetenz die Chance, auch in Krisenzeiten für sich das Beste daraus zu machen. Immer wieder hört man, das chinesische Wort für Krise bedeutet gleichzeitig auch Chance. Sicherlich ist es ausgesprochen weise, unsere derzeitige wirtschaftliche Großwetterlage so zu sehen. Aber klar ist auch, dass Stärke allein nicht Berge versetzen kann, sondern man muss über die richtigen Techniken verfügen und die entsprechenden Kompetenzen besitzen. Wege zu diesem Ziel gibt es sicherlich mehrere. Man kann sich zum Beispiel von einem Psychotherapeuten oder Coach anleiten lassen. Unzählige Selbsthilfebücher beschreiben diese Strategien und versuchen, sie über systematische Programme dem Leser zu vermitteln. So manch einer profitiert von den genannten Wegen. Für Andere dürfte der beste Weg  darin bestehen, Werkzeuge (Tools) an die Hand zu bekommen, die es ermöglichen, den persönlichen Weiterentwicklungsprozess in eigener Regie und im ganz persönlichen Tempo stattfinden zu lassen. Wichtig ist hierbei, dass dieses Coaching in einer Weise geschieht, die sowohl motivierend ist, als auch das Tun beinhaltet. Hierbei haben Selbsthilfebücher häufig ihr großes Manko und ein Psychotherapeut oder Coach stehen wiederum nicht jedem zur Verfügung. Schön ist es daher, über einen dritten Weg zu verfügen, der so motivierend ist, dass es Spaß macht, aktiv zu werden und dranzubleiben, auch wenn man bei seinem persönlichen Weiterentwicklungsprogramm weitgehend auf sich alleine gestellt ist.

Unser Ziel ist, genau solche Psycho-Tools zu entwickeln, die jedem, der erkannt hat, dass er selbst sein eigener Coach sein muss und kann, Werkzeuge an die Hand geben mit denen er seinen Verstand, sein strategisches Know-how und die Kompetenzen, die es braucht, um beruflich oder auch persönlich voranzukommen, systematisch trainieren kann. Ähnlich wie in einem (guten) Fitnesscenter, in dem auch ohne übergebührliche Beanspruchung ein systematischer Aufbau von Muskeln und Bewegungsvermögen erzielt werden kann.

Schauen Sie sich ruhig auf unserer Produktseite mal etwas um. Sicherlich gibt  es dort das Eine oder Andere, das Ihr Interesse findet und genau in dem Bereich, wo Sie vielleicht schon seit langem wissen, dass sie "Nachholbedarf" haben, etwas Passendes bietet, um Ihr Wohlbefinden, Ihre psychische Fitness zu verbessern…

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Fr

17

Apr

2009

Relax...

Feierabend....Wochenende....jetzt wird erst mal relaxed !

In Brisbane...
In Brisbane...
...und in Lohne, unser "Amor"
...und in Lohne, unser "Amor"
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Fr

10

Apr

2009

Neue Wege

Unsere Website schlüpft gerade aus dem Ei und wird sich kontinuierlich entwickeln !

Für heute erst einmal "Herzlich Willkommen" an einem Ort, wo Sie in Zukunft Gedanken und Überlegungen finden werden, die wir uns zu dem Thema machen, wie Psychotherapie neue Wege gehen kann. Aber auch Neuigkeiten und alltagspsychologische Themen sollen hier nicht zu kurz kommen...

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